Valley of Fire State Park

Ich, Robert, sitze auf dem Beifahrersitz unseres Campers. Im Alkoven über mir singen Lara und Nadine ihre Gute Nacht Lieder. Noah schläft bereits. Es ist stockfinster draußen. Nur zwei Lagerfeuer sind als helle Flecken auszumachen. Viertel nach Acht. Zeit für ein paar Zeilen.

Nach zwei Tagen am Lake Mead mit seinem beindruckenden Hoover Dam sind wir heute ohne ausführliches Frühstück direkt los. Es geht in den Valley of Fire State Park, NV. Hundertzwanzig Kilometer nördlich von Las Vegas gelegen soll er fantastische Sandsteinformationen haben. Zwei andere Paare, die wir unterwegs trafen, haben sehr davon geschwärmt. „Der einzige Campingplatz im Park ist sehr klein und fast voll. Seid früh da, um einen Stellplatz zu ergattern.“ Das war der gutgemeinte Rat gestern an Nadine. Darum auch der hektische Aufbruch heute Morgen.

Also los. Wir kommen gut durch. Noah schläft, Lara spielt mit ihrer Barbiepuppe. Wir gönnen uns ein Pancake-Frühstück mit Speck und Rührei im IHOP.

Es geht dreißig Kilometer auf mittelprächtiger Asphaltstraße durch die Steinwüste ins Nichts. Trockene Grasbüschel wehen über das weite Land. Weiterlesen

Lara: „Halloooo, jetzt bin ich dran.“

Ich bin Lara und seit Anfang des Jahres eine große Schwester. Es ist toll, einen kleinen Bruder zu haben. Leider ist er noch zu klein, um richtig mit mir zu spielen. Aber es macht trotzdem Spaß mit ihm. Noah lacht viel mit mir. Was ich allerdings nicht so gut finde – er will immer mit meinen Spielsachen spielen und fängt gleich an zu weinen, wenn ich sie ihm wegnehme. Das ist ganz schön anstrengend.

Wir sind nun seit einiger Zeit in Amerika, hier ist alles sehr groß und sehr weit auseinander. Also müssen wir sehr viel mit dem Wohnmobil fahren – langweilig. Nachdem nun nicht mehr alle Menschen Spanisch sprechen, Weiterlesen

Die letzten neun Tage brechen an

Es hat sich über die letzten Wochen bereits herauskristallisiert. Ende Oktober geht es wieder heim. Am achtundzwanzigsten dieses Monats wollen wir im Flieger sitzen. Standby. Deswegen wollen. Die Idee ist es, den Camper am fünfundzwanzigsten in Las Vegas wieder abzugeben, eine Nacht dort zu bleiben, um dann mit dem Mietwagen in zwei Tagen die knapp fünfhundert Kilometer gemütlich nach LA zu fahren. Nadine freut sich auf die Outlets auf dem Weg. Darum drängt sie auch auf einen großen Mietwagen. Robert hat Angst.

Warum schon Ende Oktober, wo wir doch bis November geplant hatten? Ganz einfach: Das budgetierte Geld ist fast alle und Lara möchte langsam heim. Ein weiterer, wichtiger privater Grund hat das Datum dann so festgelegt. Dazu kommt, das Noah immer agiler wird und Fläche zum Krabbeln braucht. Sein Bewegungsdrang ist deutlich höher als Laras mit neun Monaten. Er entwickelt sich zu einem schlechten Autofahrer. In einem Camper in den USA mit diesen großen Entfernungen durchaus nervenaufreibend für uns Eltern. Wobei Nadine als Beifahrerin die Hauptlast trägt. Weiterlesen

Gewaltige Natur

Es ist der fünfzehnte Oktober, neun Uhr morgens. Die Sonne brennt bereits vom Himmel. Dabei sind wir noch ein Tal vor dem eigentlichen Death Valley. Was für ein Unterschied: die letzten drei Nächte waren bei minus sieben Grad im Wohnmobil nicht allzu lustig. Keine hundert Meilen weiter im Norden haben wir auf dem Sierra Nevada Hochplateau noch die gold-rote Blattfärbung des beginnenden Indian Summer genossen. Tagsüber hat die Sonne noch ordentlich Kraft und drückt die Temperatur auf zwanzig Grad. Aber nachts wird es bitterkalt. Mit eiskaltem Wind. Die Landschaft entlang des Highway 395 ab Yosemite National Park Richtung Süden ist atemberaubend schön. Allein dieser Abschnitt ist eine Reise wert.

Und nein. Unser Wohnmobil hat zwar einen V8 Motor und einen Generator, der eine Kleinstadt mit Strom versorgen kann, aber keine ausreichend große Batterie, um die Standheizung längere Zeit zu versorgen. Diese läuft zwar völlig autark Weiterlesen

Ein geglückter Umweg

Sieben Kilometer trennen uns von der nächsten Ortschaft Gordia. Sieben Kilometer auf dem Highway 1 spektakulär entlang der Pazifikküste.

Nur leider, leider, gab es einen Erdrutsch im Mai und hat dieses Teilstück der Straße weggespült. Ja, es gab Schilder, wenn auch nicht viele, dass die Straße gesperrt ist. Ganz ehrlich: Wir haben uns aber nichts dabei gedacht. Andere Autos sind auch in diese Richtung gefahren. Außerdem sollte die Straße seit Juli wieder offen sein. Doch der Highway 1 ist bei Ben Sur gesperrt.

Umweg: Zweihundertacht Kilometer. In Zahlen: 208. Genau dafür ist das Gebiet Ben Sur ja so weltberühmt. Keine Ortschaften, keine Straßen. Nur der legendäre Pacific Coastal Highway schlängelt sich um die steil abfallenden Berge.

Blöd. Wir sind bereits einige Meilen unterwegs. Lara hatten wir versprochen, nicht mehr so lange zu fahren. Bei einem Kaffee stimmen wir uns gemeinsam ab. Wir überspringen bis Santa Cruz den gesamten Highway 1 und fahren im Hinterland konsequent Richtung Norden. Gut, dasss wir noch keine Übernachtung für heute gebucht haben. So bleiben wir flexibel. Los geht’s.

Vorher fahren wir aber die Straße noch fünf weitere Meilen bis direkt an die Absperrung. Ein paar gute Fotos sind einfach Pflicht.

Dann heißt es umdrehen. Was sich als absoluter Glücksfall entpuppt. Entlang des Highway 46 geht es bergauf und es wird mit dreißig Grad deutlich wärmer. Die Landschaft wirkt verdorrt. Und genau hier oben wächst unglaublich guter Wein. Dunkel, Beerig, schwer, mit viel Alkohol. Im Sommer ist es über vierzig Grad heiß. Zinfandel, Cabernet, Petit Franc, Pinot Noir und auch Chardonnay werden hier zu Top Weinen verarbeitet. Dreihundert kleine Weingüter gibt es wohl hier.

Wir halten bei GreyWolf und essen ein spätes Mittagessen. Robert probiert sich durch die Weine. Nicht günstig. Dafür sündhaft gut. Zum Zinfandel passt das slow cooked brisket perfekt. Das Ganze in perfekter Location mit Blick auf die Weinberge. „Ein Glück, dass der Highway 1 gesperrt ist“, denken wir. „Ohne Kinder“, träumen wir weiter, „würden wir uns hier kurzerhand irgendwo einmieten und durch die Weingüter probieren.“

„Mama, ich muss kaka und pipi. Papa soll mitkommen.“ Wir werden unsanft aus unseren Träumen gerissen. „Alles klar, Lara. Auf geht’s.“

Um achtzehn Uhr ist Schluss mit Fahren. Wir schaffen es bis zur Ortschaft Salinas. Touristisch unbedeutend. Wir entscheiden uns für ein einfaches Motel direkt am Highway 101. „Ihr bekommt das Zimmer billiger, wenn ihr bar zahlt“. Das Angebot nehmen wir gerne an. Die Anmeldekarte verschwindet wieder unter dem Tisch. Die nette Empfangsdame will wissen, was wir hier machen. Nur selten verirren sich wohl Touristen hierher. Später lernen wir, dass man die Zimmer auch kürzer als eine ganze Nacht mieten kann. Egal, unser Zimmer ist ordentlich und ausreichend groß.

Nach einem Bett-Picknick mit Brot, Cream Cheese, Gurke und einer Birne bringen wir die Kinder ins Bett. Wir sind etwas im Verzug. Wir haben noch kein Zimmer für die drei Nächte in San Francisco ab übermorgen. Auch für morgen haben wir noch nichts. Egal. Das Internet macht es möglich: Hotel mit Kapazitäten googlen, hinfahren, anschauen, verhandeln. Bis dato eine gute Strategie. In der Nebensaison gibt es auch in Santa Cruz viele leere Zimmer. Anders geht es nicht. Das Preisniveau ist hier generell exorbitant hoch.

San Francisco macht uns Angst. Die Zimmer sind schweineteurer. Der Ruf als zweitteuerste Stadt der Staaten macht sie alle Ehre. Teurer als LA, viel teurer als Miami. Deswegen haben wir uns vor einer festen Buchung bis dato gescheut. Wir hoffen auf ein Last Minute Angebot. Wird schon. Manchmal muss man abwarten und die Dinge auf sich zukommen lassen. Wir sind guter Dinge.

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Nachtschicht: Reiseroute ist ausgearbeitet

Letzte Nacht haben wir genutzt, die Reiseplanung für die nächsten vier Wochen festzulegen. War höchste Eisenbahn. Bis dato hatten wir keinen Plan wie wir die Zeit in den USA verbringen wollen.

Grob gesagt starten wir zwei Tage in LA. Dann geht es über den legendären Highway 1 am Pazifik entlang nach San Francisco mit dem Auto. Dort übernehmen wir ein Wohnmobil. Im Napa Valley trinken wir ein Glas Wein, im Yosemite National Park geht es Wandern.

In Las Vegas gewinnen wir eine Million. Mit frischem Geld fahren wir die klassische Touristenrunde und klappern die Nationalparks ab. Entlang der Route 66 kommen wir wieder in Las Vegas an. Dort geben wir das Wohnmobil ab.

Insgesamt knapp zweitausend Meilen. Sollte in knapp vier Wochen funktionieren. So der Plan. Damit können wir ein Wohnmobil anfragen und die ersten Übernachtungen buchen.

Mal sehen, ob wir wirklich so fahren oder uns auf dem Weg anderweitig inspirieren lassen. Klick hier für die Route in der Übersicht.

Stay tuned.

Fahrt nach Tortuguero

Sechzig Kilometer sind es von Guapiles nach La Pavona, der Bootshaltestelle nach Tortuguero. Das Navi gibt gute neunzig Minuten als Fahrtzeit an. Das lässt auf schlechte Straßen schließen. Da es nur vier Abfahrtzeiten mit dem Public Boat pro Tag gibt, heißt es pünktlich losfahren. Das Boot um elf wollen wir schon bekommen. Der Tortuguero National Park ist bekannt für seine Schildkröten, die hier Ihre Eier am Strand legen. Und nur mit dem Boot zu erreichen. Eine knappe Stunde Fahrt durch Kanäle informiert uns Lonely Planet. Mal sehen.

Die Straße ist die letzten zwanzig Kilometer eine Dirtroad, aber gut Weiterlesen

An alle F&B´ler: Nitro Ice Cream und Nitro Cold Brew

Wir sind einer Empfehlung gefolgt. Das beste Eis der Stadt Kissimmee bei Orlando, Florida. Nicht einfach zu finden, aber die Suche wirklich wert. „They make nitro ice cream. The best. Abracadabra Ice Cream Factory “, so der Name. Jeden, den wir nach dem Weg gefragt haben, wusste, wohin wir laufen sollten. Wir hatten nur Fragezeichen im Gesicht, waren aber gespannt.

Wir stehen vor dem offenen Laden. Weiterlesen