Whalewatching

Sorry, die letzten Tage hatten wir kein Internet. Dieser Erlebnis ist vier Tage alt.

Heute setze ich, Robert, einen weiteren Haken. Und zwar hinter den Wunsch: Whalewatching. Nadine bleibt bei den Kindern. Uvita gibt es ein maritimes Naturschutzgebiet, in das Buckelwale zum Kalben kommen. Die Wahrscheinlichkeit solche Tiere zu sehen, ist zwischen Juli und September sehr hoch. Nur zertifizierte Schiffe dürfen in das Gebiet des parque nacional marino ballena.

Morgens um acht Uhr geht es mit einem recht kleinen Boot und elf weiteren Gleichgesinnten direkt vom Strand los.

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Der Guide ist guter Dinge, wenigstens einen Wal zu sehen. So versichert er uns. Geplant ist zwei Stunden vor der Küste Wale zu suchen, gefolgt von einer Pause auf einer Insel mit Schnorchelmöglichkeiten, um dann noch mal eine Stunde auf dem Wasser nach Walen Ausschau zu halten. Es ist stark bewölkt. Gutes Wetter um Wale zu sichten, so der Guide. Weiterlesen

Am dreißigsten September geht es weiter

Nun ist es final. Wir werden Costa Rica verlassen.

Eigentlich wollten wir schon morgen, den fünfundzwanzigsten September, rausfliegen. Beim Whalewatching in Uvita hat Robert jedoch Carlos kennengelernt. Carlos ist mit seiner Frau hier. Beide sind begeisterte Kaffeetrinker. Carlos arbeitet als Tourguide für eine Lodge in der Region Naranja im Central Valley.

Hier wird seit Jahren der beste Kaffee in Costa Rica angebaut. Wir kommen ins Gespräch. Weiterlesen

Fünfundfünfzig Tage unterwegs…

…solange waren wir noch nie auf Reisen. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz in Form eines Kurzinterviews. Durchgeführt von einem Zimmernachbarn abends in Jaco.

Frage eins: „Habt ihr Heimweh?“

Robert: „Nach rund vier Wochen hatte ich den Wunsch, wieder nach Hause zu wollen. Wir hatten jeden Tag relativ viel unternommen. In Kombination mit unseren beiden Schätzchen hat das Kraft gekostet. Die vielen Eindrücke haben zu einer Übersättigung geführt. Dazu kam, dass Lara zu diesem Zeitpunkt sichtlich Heimweh hatte. Wir haben gemeinsam entschlossen, langsamer zu reisen und die Tage mehr mit alltäglichen Dingen zu füllen. Seitdem genießen wir jeden Tag aufs Neue und haben unseren Aufenthalt in Costa Rica sogar verlängert.“

Nadine: „Heimweh würde ich es nicht nennen. Weiterlesen

Halsketten

Wir sitzen bei einem leckeren, eiskalten Smoothie in einer kleinen Bar. In dem Innenhof sind noch weitere kleine Geschäfte. So auch eine Frau, die aus geschliffenen Steinen Ringe und Kettenanhänger gestaltet. Ursprünglich aus Frankreich, hat sie sich in diesen Ort verliebt.

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„Gerne befestige ich euch ein Band an einer Muschel oder Stein, den ihr bringt.“, antwortet die nette Dame. „Ich brauche nur ein Loch.“

Stundenlang suchen wir gemeinsam den Strand ab. Interessant soll die Muschel oder der Stein sein. Farblich passend. Und mit Loch an der richtigen Stelle. Gar nicht so einfach.

Am Ende sind wir stolze Besitzer von drei Ketten. Robert selbst ist nun Kettenträger. Lara packt ihren Anhänger in Ihre Schatztruhe.

Per Zufall entdecken wir einen weiteren Laden, der wunderschöne Halsketten aus geschliffenen roten und violetten Muscheln verkauft. Cocotales ist der Name. Sie steht vorne im Geschäft und ist aus der Schweiz, er ist Einheimischer und sitzt hinten in der Werkstatt. Nadine verliebt sich in einen Anhänger. Unsere Andenkentasche füllt sich um ein weiteres Mal. Welches der drei Anhänger oben ist er wohl?

Abends kommen wir fast im Dunkeln heim. Wir finden am Strand eine große Conch. Stark verwittert. Trotzdem sind wir stolz. Dies ist wie das I-Tüpfelchen für diesen wunderschönen Tag. Dazu ein Sonnenuntergang, der einem vor Ehrfurcht innehalten lässt.

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Unsere Conch

Umgebung mit Suchtfaktor

Es ist der fünfzehnte September. Wir haben verlängert: Unseren geplanten Aufenthalt in Costa Rica. Unseren Mietwagen. Und unsere Unterkunft hier in Samara am Pazifik. Es passt einfach alles. Ein überschaubarer Küstenort mit einem halbmondförmigen, hellgrauen Sandstrand. Dazu eine kleine vorgelagerte Insel mit einem Riff und ein kraftvolles Meer. Geschliffene Steine und bunte Muscheln im Sand. Perfekt um stundenlang nach der perfekten Muschel zu suchen. Der Lonely Planet schreibt: „Samara ist der Sammelpunkt der Glückseligkeit.“ Etwas theatralisch geschrieben, aber es Weiterlesen

An alle F&B´ler: Ein unsinniges Dosenbier-Tasting

Es ist kurz nach zwölf Mittag. Es regnet. Noah schläft. Nadine liest mit Lara. „Zeit für mich. Zeit, um sich etwas Sinnvollem zu widmen“ denkt sich Robert. Im Kühlschrank liegen seit Tagen vier gutgekühlte Dosen Bier und warten darauf, quer verkostet zu werden. Drei Marken aus Costa Rica, eine aus Nicaragua. Alles Lagerbiere. Alle um die fünf Prozent Alkohol. Somit wäre das wohl eine horizontale Bierprobe.

Im Einzelnen handelt es sich um die überall anzutreffenden Biere der Marken Imperial, Pilsen und Bavaria. Alle drei von der gleichen Firma. Seit 1988 werden bis auf ein paar kleine Craft Biere alle Biermarken von der Firma Florida produziert. Das gallische Dorf Florida hat sich bisher erfolgreich gegen die Übernahme der internationalen Giganten wie INBEV gewehrt. Weiterlesen

Jetzt bin ich dran

Hallo, ich bin Noah. Das jüngste Familienmitglied. Heute genau acht Monate alt. Eigentlich schreiben immer Mama und Papa ihre Erlebnisse, heute bin ich mal dran zu erzählen. Wisst ihr, mich hat niemand gefragt, ob ich überhaupt reisen will. Geschweige denn in dieses Land. Nun erfahrt ihr, wie ich das alles finde.

Nun gut. Hier lächeln mich alle Menschen immer an oder spielen mit mir. Das finde ich toll. Manchmal nehmen mich Fremde auf den Arm. Wenn ich es nicht mag, fange ich einfach an zu weinen und Mama oder Papa kommen schnell und retten mich. Weinen hilft, das habe ich schon gelernt. Immer wenn ich weine, kommt sofort jemand angerannt. Ich habe die gesamte Familie im Griff. Weiterlesen

Monteverde

Auch nach vier Wochen in Costa Rica sind wir immer noch naiv. Einhundertzwanzig Straßenkilometer sind es von La Fortuna nach St Elena, Monteverde. Luftlinie sogar nur fünfundzwanzig. Das Navi gibt dreieinhalb Stunden Fahrtzeit an. Wir glauben an einen Fehler. Schließlich zählen die beiden Ortschaften mit zu den am meist besuchten Destinationen hier im Lande. Die Straße muss doch gut passierbar sein. Der lonely planet gibt den Hinweis, vorher nachzufragen, ob die direkte Straße befahrbar ist.

In Tilarán bekommen wir allerdings auf unsere Frage nur folgende Antwort: „Probiert es, sonst müsst ihr umdrehen. Mit einem 4WD sollte es aber gehen.“ Weiterlesen

Schmetterlinge haben es gut

Männliche Schmetterlinge sind zu beneiden, sinniert Robert verträumt: Nur Süßes essen, immer einen im Tee haben, flirten und tonnenweise Sex mit verschiedenen Weibchen.

Schmetterlinge können generell nur Zucker und Alkohol verdauen. Darum stecken sie ihren Saugrüssel gerne in vollreife Früchte und Blüten. Proteine werden nicht verarbeitet, da sie nicht wachsen oder sich erneuern können. Sie haben nicht mal einen Mund. Alles geht durch den Rüssel. Männliche Schmetterlinge haben darüber hinaus nur einen einzigen Lebenszweck: Weibchen finden, durch Tanz überzeugen (Alkohol hilft dabei wirklich) und Samen spenden. Der wird dann im Bauch des Weibchens gespeichert, bis sie einen Platz für die Eiablage gefunden hat. Ist dem Männchen egal, der ist bereits bei der nächsten Dame.

Das ausschweifende Leben fordert ihren Tribut: Vier Wochen bis zehn Monate führen sie ihr Lotterleben. Dann ist Schluss.

Spaß beiseite.

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