Fünfundfünfzig Tage unterwegs…

…solange waren wir noch nie auf Reisen. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz in Form eines Kurzinterviews. Durchgeführt von einem Zimmernachbarn abends in Jaco.

Frage eins: „Habt ihr Heimweh?“

Robert: „Nach rund vier Wochen hatte ich den Wunsch, wieder nach Hause zu wollen. Wir hatten jeden Tag relativ viel unternommen. In Kombination mit unseren beiden Schätzchen hat das Kraft gekostet. Die vielen Eindrücke haben zu einer Übersättigung geführt. Dazu kam, dass Lara zu diesem Zeitpunkt sichtlich Heimweh hatte. Wir haben gemeinsam entschlossen, langsamer zu reisen und die Tage mehr mit alltäglichen Dingen zu füllen. Seitdem genießen wir jeden Tag aufs Neue und haben unseren Aufenthalt in Costa Rica sogar verlängert.“

Nadine: „Heimweh würde ich es nicht nennen. Ich genieße jeden Tag, vermisse allerdings ein paar Dinge in Deutschland. Aber die gemeinsame Zeit hier ist so wertvoll, dass ich auf keinen Fall schon wieder nach Hause fahren möchte. Schon fünfundfünfzig Tage unterwegs: Die Zeit vergeht viel zu schnell.“

Lara: „Nein, wieso?“

 

Frage zwei: „Was fehlt euch am meisten?“

Robert:“ Das gute deutsche Brot fehlt mir besonders. Man findet zwar ab und an eine French Bakery mit leckerem Baguette. Am Ende ist es doch nur Weißmehl. Wir haben sogar schon selber gebacken: Halb mittelhelles Weizenmehl, halb Maismehl, Haferflocken, Olivenöl, Hefe, etwas Salz. Backofen schön heiß. Lecker.“

Nadine: „ Ich kann Robert nur zustimmen, Brot fehlt am meisten. Danach endlich mal wieder eine richtige Straße ohne Schotter und riesige Löcher.“ Und Kaffee trinken/ quatschen mit den Mädels.

Lara: „Meine Freundinnen Julia und Katharina.“

 

Frage drei: „Was waren bis dato perfekte Momente?“

Robert: „ Alle gemeinsam am Strand entlanglaufen und Dinge sammeln. Noah im Bauchgurt. Lara vorneweg. Stundenlang. Meeresrauschen. Nicht an einem bilderbuch-perfektem Sandstrand. Sondern dort, wo es Treibgut, geschliffene Steine und interessante Muscheln zu finden gibt. Besondere Momente sind auch die regelmäßigem Spaziergänge morgens um fünf bei Sonnenaufgang allein mit Noah im Bauchgurt. Egal wo. Stadt, Dschungel, Strand. Der Moment, wo die Natur, Menschen und Noah langsam aufwachen ist magisch.“

Nadine:“ Wenn wir abends vorm Schlafengehen gemeinsam im großen Bett liegen, Lara und Noah Quatsch miteinander machen und dabei herzlich lachen … und wir hören dabei die Brüllaffen brüllen und das Meer rauschen.“

Lara: „Das Reiten in Boco Tapada durch den Urwald (siehe Blog). Ich will nämlich immer reiten. Das reicht. Mehr nicht.“

 

Frage vier: „Und das anstrengendste Erlebnis?“

Robert: „Die einstündige Autofahrt im Dunkeln entlang einer Schlaglochstraße auf der Nicoya-Halbinsel. Wir waren bereits eine gute Stunde gefahren. Die Kinder hatten keine Lust mehr und waren hinten im Auto am Meckern. Ich musste mich komplett auf das Autofahren konzentrieren, um die beste Fahrspur zu finden. Nadine konnte nicht mitschauen, da sie mit den Kindern mehr als beschäftigt war. Immer mal wieder ist ein Tier über die Straße gehuscht. Mehr als zehn Kilometer pro Stunde wurde mit durchschlagenden Stoßdämpfern und Noahs Unmut quittiert.

In der Unterkunft angekommen, ging es weiter. Die beiden Mäuse waren aufgedreht und übermüdet. In solchen Momenten wird die Geduld wirklich auf die Probe gestellt. Als wir endlich im Bett waren, war ich platt.“

Nadine: „ Es gibt immer mal wieder anstrengende Tage, vor allem wenn Noah nachts schlecht geschlafen hat und wir alle übermüdet sind. Aber am anstrengendsten fand ich tatsächlich die Anreise/ Einreise in die USA nach einem 10-stündigen Flug. Überall Warteschlagen, Fragen und Kontrollen ohne Ende. Danach noch das Auto holen etc. Bis wir in unserer Unterkunft ankamen vergingen Stunden, die Kinder waren hungrig und quengelig, wir alle vier total übermüdet. Hier habe ich mich schon gefragt, was wir eigentlich machen.“

Lara: „Das Laufen im Urwald war so anstrengend und so heiß.“

 

Frage fünf: „ Auf was wollt ihr auf keinem Fall beim Reisen verzichten?“

Robert: „ Puh, da fallen mir mehrere Dinge ein. Der kleine Dämpfer von Avent zum Essenkochen für Noah. Der Wasserkocher. Dann der kleine Ticokaffeefilter. Es ist purer Luxus, jeden Morgen zu wissen, dass man sich einen frischen Kaffee kochen kann. Egal, in welcher Unterkunft man ist. Das sind meine ganz persönlichen fünf Minuten Zeit.

Nadine: „ Der Avent Kocher steht in der Tat an erster Stelle. Danach kommt für mich das Iphone inkl. Internet und What’sApp, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben.

 

Frage sechs: „Wie ist das längere Reisen mit Kindern überhaupt so?“

Robert: „Intensiv. Erfüllend. Manchmal sehr anstrengend mit den Kindern. Man hat über den Tag praktisch keine Zeit für sich selbst oder als Paar. Ich will diese Monate aber niemals missen. Ich habe eher Angst davor, dass wir zuhause wieder weniger zusammen sind. Hier sind wir auf uns gestellt und Tag und Nacht beisammen. Wir treffen Entscheidungen, die uns vier gefallen müssen. Ach ja, reisen ohne Zeitdruck und Plan ist Luxus pur.“

Nadine: „Es klappt viel besser als gedacht mit den beiden Kindern. Ich habe mir vorher viel zu viele Gedanken gemacht. Manchmal muss man Dinge einfach wagen, das sieht man hier ganz deutlich. Es ist natürlich sehr anstrengend, wie Robert schon sagt, wir haben eigentlich keine Minute für uns, aber dafür sind wir als Familie gemeinsam und wachsen jeden Tag noch stärker zusammen. Ich möchte keine einzige Minute davon missen.

 

Frage sieben. „ Wenn ihr zurück seid, worauf freut ihr euch besonders?“

Robert: „Ich freue mich auf kühlere Tage und die beginnende Adventszeit im Dezember.“

Nadine: „Die Kinder bei Oma und Opa abgeben, ein heißes Bad nehmen und danach 10 Stunden am Stück schlafen. Und am nächsten Tag endlich wieder Kleider aus meinem Schrank anziehen, die nicht mit auf Reisen waren.“

Lara: „Bei Julia, Katharina und Felix übernachten. Zwei Mal. Leckere Reissuppe und  Pfannkuchen bei Oma Gelika essen.“

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