Wir haben uns getrennt

La Fortuna, zweiter September 2017. Das erste Mal. Für vier Stunden gehen die beiden Männer und die beiden Mädels eigene Wege. Nadine und Lara wollen in die Hot Springs. Zahlreiche natürliche heiße Quellen speisen die Schwimmbecken der verschiedenen Spa-Anbieter. Der nahe Vulkan macht es möglich. Nadine wählt eines der edelsten Resorts der Gegend: Baldi Hot Springs Hotel & Spa. Was sonst.

„Was hast du denn? Lara ist kostenfrei“, argumentiert sie.

„Warum soll ich bei dreißig Grad im Schatten auch noch in fünfunddreißig Grad warmes Wasser?“, kontert Robert.

Robert zieht dem dann doch eine Männertour vor. Mit Noah in den Arenal Volcano National Park. So nah an den Vulkan wie möglich wandern. Der kreisrund geformte Vulkan dominiert die gesamte Landschaft. Zwischen 1968 und 2010 war er fast jeden Tag aktiv. Er zählt heute noch zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Laut lonely planet gibt es einen ausgeschilderten Trail zu den erkalteten Lavafeldern.

Schwitzen werden wir alle: die einen aktiv, die anderen passiv.

Pünktlich um neun setzen Robert und Noah die beiden Frauen vor dem pompösen Eingangsportal ab. Um eins sehen wir uns wieder.

Los geht’s wandern: Zwanzig Minuten Fahrt später ist der Wanderparkplatz erreicht. Noah kommt nach vorne in den Bauchgurt, der Rucksack nach hinten. Geistig noch mal schnell die Checkliste durchgehen: Obstbrei für Noah, Milchflasche als Reserve, Wasser-Nuckelflasche, Mückenschutz. Windeln. Alle Wertsachen von uns vieren. Laptop, Handy, Fernglas. Wasser für Robert. Los geht’s.

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Der Weg führt langsam bergan und ist wunderschön im Regenwald gelegen. Nach einer Stunde treten wir aus dem Wald. Sehr weit hoch kommt man nicht. Nach ein paar Hundert Metern über schwarzem Lavageröll warnt ein Schild: „Danger. Extremely active volcano. Do not pass.“ Hmmm. So gefährlich sieht er nun nicht aus.

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Schade. Aber gut. Noah wacht auf und schaut interessiert. Schnell wieder zum Auto. Wach mag Noah den Bauchgurt nur begrenzt lange. Und er müsste dann auch Hunger bekommen. Keine gute Kombination für den Bauchgurt. Es hilft nichts: Die letzte halbe Stunde trägt Robert ihn auf dem Arm. Am Auto sind die Armmuskeln übersäuert. Egal. Robert ist stolz. Die erste Männertour in die Berge ist erfolgreich gemeistert.

Auf zu den Frauen. Wie es bei denen wohl war?

Vier Stunden Planschen, die Vorfreude ist groß. Mama und Tochter haben endlich mal wieder Zeit nur für einander.

Wir sind die ersten Gäste und laufen staunend durch die großzügige Eingangshalle. Überall versteckt sind kleinere und größere Becken, sogar eine Bar im Wasser mit Sitzmöglichkeiten. Lara entdeckt dies sogleich und sagt: „Mama, bei dem Mann hier gehen wir gleich einen Saft trinken. Ich mag unbedingt auf einem Stuhl im Wasser sitzen.“

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Aber zuerst einmal umziehen. Badeanzug an, Handtücher ausleihen, los geht’s. Lara möchte zuerst in den Baldi Kids Bereich, dort gibt es ein Kinderbecken und Wasserrutschen. Sie springt direkt ins Wasser, oh es ist ganz schön warm. Wir hatten verdrängt, dass wir uns in den Hot Springs befinden. Hot, also keine Abkühlung.

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Hinzukommt, dass sich dieser Bereich in der Sonne befindet. Die Rutschen sind bereits am Morgen zu heiß. Egal, gehen wir weiter. Es gibt insgesamt fünfundzwanzig Becken, jedes mit Angaben zu Temperatur und Wassertiefe. Überall dazwischen sind Wege mit wunderschönen Pflanzen und plätschernden Wasserfälle, einfach schön. Lara rennt zum nächsten Becken, leider auch zu heiß.

Die ersten Becken haben alle vierzig Grad und mehr, langsam wird die Enttäuschung groß. Aber dann finden wir doch noch unser Glück. Im unteren Bereich gibt es kühlere Becken, kühler heißt ca. 30 bis 34 Grad. Wir wollen gar nicht mehr aus dem Wasser raus. Becken mit Fontänen und Wasserliegen. Lara kocht im Wasser ein Mittagessen für uns aus Blättern der umliegenden Pflanzen. Irgendwann erinnert sie sich an den Saft, den sie an der Bar trinken möchte. Fünf Dollar fünfzig soll er kosten, viel zu teuer. Ich verspreche ihr einen Saft zum Mittagessen. Wir gehen lieber wieder im Wasser spielen. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell. Wir beide wollen gar nicht nach Hause. Aber die Männer warten, also heißt es umziehen. Schade, es war schön und einfach entspannend. Halt ein Mädelstag.

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