Fahrt nach Tortuguero

Sechzig Kilometer sind es von Guapiles nach La Pavona, der Bootshaltestelle nach Tortuguero. Das Navi gibt gute neunzig Minuten als Fahrtzeit an. Das lässt auf schlechte Straßen schließen. Da es nur vier Abfahrtzeiten mit dem Public Boat pro Tag gibt, heißt es pünktlich losfahren. Das Boot um elf wollen wir schon bekommen. Der Tortuguero National Park ist bekannt für seine Schildkröten, die hier Ihre Eier am Strand legen. Und nur mit dem Boot zu erreichen. Eine knappe Stunde Fahrt durch Kanäle informiert uns Lonely Planet. Mal sehen.

Die Straße ist die letzten zwanzig Kilometer eine Dirtroad, aber gut zu fahren. Auf dem Weg sehen wir ein Faultier in einem Baum hängen.

Es geht an Bananenplantagen entlang. Kilometerlang. Mit fünfzig fahren wir über den Schotterweg. Plötzlich muss Robert stark bremsen. Direkt nach einer Kurve ist eine Schranke in circa zwei Meter Höhe quer über der Straße heruntergelassen. Nicht einfach zu sehen, da wir hier gerade in den Schatten gefahren sind. Haben wir uns verfahren? Mal abwarten, ob ein anderen Auto kommt. Kurze Zeit später surrt ein Mann an einem Drahtseil über die Straße. Erst jetzt erkennen wir die Konstruktion. Das ist keine Schranke. Sondern eine Art Lift. Wie ein alter Milchlift in den Alpen. Bei genauerem Hinsehen erkennen wir Seile, die in die Bananenplantage hineinführen und irgendwie verspannt sind. Eins der Seile ist mit dieser Schranke verbunden. Der Mann scheint ein Arbeiter zu sein, der sich so durch die Plantage fortbewegt und jetzt über die Straße muss. Er sieht uns, macht die Schranke hoch und winkt. Alles gut. Hochinteressant.

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Am Bootsanleger stellen wir das Auto auf einen bewachten Parkplatz. Vier Tage wollen wir in Tortuguero bleiben. Wir haben die Rucksäcke leichter gepackt. Der Rest bleibt hier. Den Kinderwagen nehmen wir mit. Er ist uns sehr wertvoll geworden.

Das Public Boat ist ein langes, schmales, flaches Boot mit je zwei Sitzreihen. Vorne im Bug kommen die Gepäckstücke hin. Es gibt kein Anlegesteg. Man läuft einfach den Hügel zum Wasser hinunter und steigt auf. Also los. Nur Mut. Es klappt. Zwei Rucksäcke, die Wickeltasche, zwei Kinder und der Kinderwagen sind verstaut. Wenig später geht es los.

Die Fahrt durch den Regenwald ist ein Erlebnis. Der Bootsführer zeigt auf diverse Tiere im Ufer. Wir sehen Schildkröten und tolle Vögel. Wir sind auf einem Public Boat wohlgemerkt. Also so was wie der öffentliche Nahverkehr. Kein klassisches Touriboot. Müsste er nicht machen. Sehr nett. Dann hält er an und zeigt nach rechts. Ein Krokodil sonnt sich am nahen Ufer. Wir sind erstaunt. Das hier ist nicht Disney World, sondern das echte Leben. Wir freuen uns auf die nächsten Tage, wenn wir geführt in Ruhe durch die Kanäle tuckern werden. Was wir wohl alles sehen werden?

Die Unterkunft ist direkt am Wasser gelegen. Casa Marbella. Stühle stehen bereit. Ideal um in Ruhe ein Buch zu lesen. Oder einfach vor sich hin zu träumen. Oder Vögel zu beobachten. Oder in Ruhe einen Kaffee zu trinken. „Mama, was machen wir jetzt? Ich will auf den Spielplatz.“ Wir erwachen aus unserem Tagtraum. Also los zum sehr einfachen Spielplatz. Danach an den Strand. Der Tag will ausgenutzt werden.

Abends holen wir uns einfach nur eine Pizza. Kein Aufwand, kein Essengehen, kein Brot.

 

 

 

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